Sonntag, 15 September 2019 20:00

Spanendes Aus im Molton CUP

Spätes Nickerchen am Sonntagnachmittag kostet den 1.Herren das Weiterkommen im Pokal

Am vergangenen Sonntag ging es für die 1. Männermannschaft an die nördliche Grenze von Bayern, nach Rödental. Dort traf man im Turniermodus der zweiten Runde des Molten Cups neben dem heimischen Gastgeber HSG Rödental/Neustadt (BOL) auch auf die HG Ingolstadt (BOL) sowie DJK Waldbüttelbrunn (Bayernliga).

Durch die im Vorfeld gelosten Partien galt es als erste Hürde die Ingolstädter frühzeitig in den Biergarten zu schicken. Schließlich war es nur den Siegern der beiden „Halbfinals“ vergönnt, ein weiteres Mal den Kessel anzuschüren


HG Zirndorf – HG Ingolstadt 24:22 (11:11)
Trotz der unattraktiven Anspielzeit zur besten Sonntagsbratenstunde (12:00 Uhr) konnte Coach Frankenberg auf immerhin 10 Feldspieler und Dank der spontanen Unterstützung von Sebastian Kammerer auf zwei Torhüter zurückgreifen. Dennoch starteten die Herren auf beiden Seiten gemächlich, wenn nicht teilweise lethargisch ins Spiel und beendeten die erste Halbzeit mit einem gerechten 11:11. Leistungsgerecht vor allem deshalb, weil beide Seiten und insbesondere die Bibertstädter eine Torchance nach der anderen vergaben. Einzig Mr. IceCold, Christian Keppeler wirkte der Klimaerwärmung entgegen indem er den gegnerischen Torraum durch seine Kaltschnäuzigkeit allein in der 1. Halbzeit mit 5 von 5 verwandelten Siebenmeterwürfen dem Gefrierpunkt näher brachte.

In der zweiten Halbzeit schien Ingolstadt im Angriffsspiel die Ideen auszugehen, wodurch nach Ballgewinnen in der Abwehr der ein oder andere Konter erstmalig für eine Führung im Spiel sorgte. Dank weiterhin starker und im Kollektiv aktiv arbeitender Abwehrreihen konnte der Abstand bis vier Minuten vor dem Abpfiff auf vier Tore ausgebaut werden und damit die Schleife um die Frühbucherreise nach Ingolstadt gebunden werden. Die Manöverkritik Frankenbergs nach dem verdienten Sieg war schlicht aber aussagekräftig: vorne Chancen nutzen und die Nudeln früher aus dem Wasser holen – also mehr Biss!

Im anschließenden Spiel zwischen Rödental und Waldbüttelbrunn gab es dank eines 40%-Auftritts des Bayernligisten einen Überraschungssieg der durchaus spielerisch überzeugenden Heimmannschaft aus Rödental.


HG Zirndorf – HSG Rödental/Neustadt 27:29 (13:11)
Nach zweistündiger Pause war es schließlich an der Zeit den Gastgeber zum Tanz auf einem tadellosen Parkett zu bitten. Für besagten Gegner aus Rödental war es mit kurzer Verschnaufpause der Anschluss an eine ordentliche Leistung gegen Waldbüttelbrunn, bei der sich jedoch der eigene Kreisspielhüne unglücklich am Knie verletzte und zu diesem Zeitpunkt bereits auf dem Weg in Krankenhaus war. An dieser Stelle wünschen wir gute Besserung!

Beiden Teams merkte man bereits nach wenigen Minuten an, dass es einerseits um etwas ging aber andererseits bereits 60 Minuten im Vorfeld absolviert waren. So gestalteten sich die Angriffe der Zirndorfer Herren nunmehr nicht lethargisch sondern mit eher hektischen Zügen, wodurch unvorbereitete Abschlüsse aus dem Rückraum zur leichten Beute eines gut aufgelegten Tormanns aus Rödental wurden. Nach zehn Minuten sahen die ca. 50 Zuschauer auf der Anzeigetafel ein entsprechendes 5:5 und Benedikt Maußner nach einem Allerweltsfoul rot. Die entsprechend aufgeheizte Stimmung reduzierte die 1. Herren nach hinzukommender Zweiminutenzeitstrafe wegen „Meckerns“ auf vier, wodurch Rödental kurzzeitig mit drei Treffern enteilen konnte. Mit nochmals verbessertem Abwehrverhalten und konsequentem Zug auf die Lücken stand es nach einem 7:2 Lauf aus Sicht von Zirndorf zur Halbzeit 13:11. Der Plan, mit einer stabilen Abwehr den bereits kräftig schnaufenden Gegner mürbe zu machen, schien aufzugehen. Die Halbzeitdevise war somit schnell geformt: einfach so weitermachen.

Gesagt, leider nicht getan. Nach der Pause wurden die Angriffe nochmals hektischer, sodass ein kontrolliertes Aufbauspiel, gerade im Rückraum, nicht zu erkennen war. Die Konsequenz war heftig: nach weiteren technischen Fehlern und unüberlegten Abschlüssen hatte Rödental nicht nur den Halbzeitrückstand pulverisiert, sondern auch dank eines 0:7 Laufs in nur 5(!) Minuten das Spiel an sich gerissen. In den darauffolgenden 10 Minuten war Rödentals Ideen größtenteils ausgeschöpft und die Akkus leer, aber gerade in Person des 42 jährigen Sergy Trotsenko nicht aufzuhalten wodurch Zirndorf mit einem Rückstand von 5 Toren in die phrasenschweinverdächtige Crunchtime ging. Trotz vieler Schwächen an diesem Tag zeigten die 1. Herren abermals ihren nun schon fast attributiven Kampfeswillen, befestigten erfolgreich ihr Bollwerk in der Abwehr und charterten im Angriff Ihre private Airline „Air Kebbo“ personifiziert durch Christian Keppeler, der am Ende des Tages mit insgesamt 21 Toren sowie einer 100%-igen 7-Meter Quote sein saisonreifes Formkurvenhoch präsentierte. Somit wurde es 5 Minuten vor dem Ende nochmals spannend bei einem Stand von 25:26. Doch auch bei Rödental behielt vor allem die linken Außenposition die Nerven, nahm zwei Mal hintereinander die Chance zum Ausgleich und besiegelte mit der letzten Aktion letztendlich die verdiente Niederlage für unsere Bibertjungs.

Gesamtfazit der Trainerin: wir brauchen noch etwas Zeit und haben auch noch etwas Zeit um die kollektive Form an die der Highperformer bis zum Saisonstart am 28.09. anzugleichen.


Es spielten für die HGZ: 2 Keppeler, Christian | Nickl, Kim | Will, Cornelius | Maußner, Maximilian |Maußner, Benedikt | Rohe, Alexander | Yazici, Leon | Jäger, Johannes | Spirkovski, Till | Hierl, Moritz | Kammerer, Sebastian | Kammerer, Kai A | von Frankenberg, Claudia (Trainerin)

Gelesen 273 mal Letzte Änderung am Sonntag, 15 September 2019 20:33