Montag, 29 April 2019 13:58

"Erschde" holt den Bezirkspokal

Die lange Durststrecke der 1.Herren ist endlich vorbei!
Nach über einem Jahrzehnt ohne Triumph in Liga oder Pokal belohnen sich die 1. Herren nach zwei souveränen Siegen im Final Four „Dahaam“ mit dem Pokalsieg im Bezirk Mittelfranken.

„Typisch für die 1. Herren der HGZ“, trifft die Beschreibung der gerade frisch ausgeklungenen Saison wohl am besten. Holpriger Start, gefolgt von rasantem Leistungsanstieg mit zwischenzeitlicher Möglichkeit in der Winterpause vom ersehnten Aufstieg zu träumen und dennoch anschließendem Absturz auf den Boden der unangenehmen Realität (7. Platz). Ganz ähnlich lassen sich, gerade in der Rückrunde, viele Spielverläufe beschreiben. Auf der einen Seite mit hell leuchtenden Phasen geprägt durch massive Abwehrarbeit, wuchtiges Angriffsspiel sowie vorbildlichen Teamgeist und auf der anderen, tiefschwarzen Seite des Mondes stets gezeichnet durch die Gefahr des Selbstzerfleischens, der Emotionslosigkeit sowie der Reinkultur von Anti-Teamplay.

Wie gerufen kam da die, nur durch einen knappen Sieg gegen Ansbach II erwirkte,Teilnahme und sogar Austragung des Final Four Tuniers des Bezirkspokals in der eigentlichen Höhle des Bibert-Höllenfeuers, der altehrwürdigen Jahnhalle. Die Marschrichtung für das Turnier wurde spätestens im Abschlusstraining in Person des Vorstands nochmals verdeutlicht: „Männer, es gibt keine Ausreden mehr, wir holen uns den Pokal!“

Frei nach dem Motto, der Weg ist das Ziel gab es hierfür einen ersten harten Brocken zu bezwingen. Im Halbfinale wartete der SC Schwabach 04 (Liga Platz 3). Die Männer aus der Goldschlägerstadt unter der Leitung vom ehemaligen Zirndorfer Christopher Zintl hatten bereits im Vorbericht Ihre hohe Motivation für den Pokalsieg bekräftigt und waren dementsprechend „heiß wie Frittenfett“. Dass es ordentlich zischt, wenn man heißes Öl ins lodernde Feuer der Bibertstädter gießt, zeigte sich schon nach 147 Sekunden in Form der ersten Zeitstrafe für Schwabach nach überhartem Spiel gegen den rechten Rückraum, Christian Keppeler, der wiedermal für ordentlich Dampf sorgte. Trotz kompakt stehender Abwehr und etlichen Chancen fanden die Schwabacher effizienter ins Spiel, wodurch nach 9 Minuten ein 1:3 aus Sicht der Hausherren in tiefem Rot auf Schwarz auf der Anzeigetafel prangerte. Interimstrainer Hannes Sagmeister bewies sodann ein gutes Händchen indem er mit Mark Merk frischen Wind fürs Spiel und damit die ein oder andere Stichflamme für den Angriff brachte. Resultat: sechs Tore durch den Halblinken Edeljoker innerhalb von 10 Minuten und ein Halbzeitstand von 8:6 für Zirndorf – Spiel gedreht!

Die Halbzeitansprache schrieb sich praktisch von selbst, bloß nicht (wie so häufig) den Fokus verlieren und durch sauber vorbereitete Abschlüsse den Abstand über die Zeit bringen. Doch näher als auf ein Tor (9:8) kamen die ersatzgeschwächten Schwabacher nicht mehr heran, vielleicht auch weil deren Rückraumass Christian Lutsch nach einer unglücklichen Aktion frühzeitig das Feld verlassen und im Krankenhaus genäht werden musste. An dieser Stelle gute Besserung! Ganz bestimmt jedoch auch durch den bärenstarken Auftritt des Zirndorfers zwischen den Pfosten, Jonas Pfrengle. Die Statistik beweist: bei in Summe fünf Strafwürfen für Schwabach und nur zwei daraus resultierenden Gegentoren ließ der Keeper der HGZ an diesem Tag die schusssicheren Rollläden herunter. Konsequenterweise konnte der Abstand bis zum verdienten Endresultat von 17:12 weiter ausgebaut und somit das Ticket für die Finalteilnahme gebucht werden.

Im anschließenden zweiten Halbfinalspiel setzte sich der Post SV Nürnberg gegen die Reserve aus Roßtal relativ knapp mit 21:19 durch. Beachtlich deshalb, weil es durchaus schwer fiel bekannte Namen auf dem Spielberichtsbogen bzw. bekannte Gesichter auf dem Spielfeld auszumachen. Die Postboys gaben ihren A-Jugendlichen die Chance das lodernde Feuer im Männerbereich zu spüren um sie gleichzeitig auf die anstehende Qualifikation im Jugendbereich vorzubereiten. Nichtsdestotrotz ist Alter nicht kongruent mit Qualität oder Talent, jedoch leider mit dem Verfall der Leidensfähigkeit von Muskeln, Bändern und Knochen. Für das zweite Spiel galt es somit die müden Glieder am Feuer der durchaus gut besuchten Jahnhalle erneut aufzuwärmen und die spritzigen sowie technisch gut ausgebildeten Jungspunde in den Griff zu bekommen.

Gesagt, getan die Zirndorfer Herren zeigten von Beginn an wo die Reise hingehen sollte. Über ein 3:0 nach drei Minuten bis zum Halbzeitpfiff und einem Stand von 11:6 schien es keine Zweifel mehr zu geben, dass der Pokal die Stadtmauern nicht mehr passieren würde. Sinnbildlich hierfür der erneut als unbezwingbar erscheinende Jonas Pfrengle (Handballgott) im Tor der HGZ. Egal ob aus dem Rückraum, im Konter oder beim Siebenmeter gefeuert wurde, weniger als jeder dritte(!) Ball zappelte im heimischen Netz. Manche Parade war gar so spektakulär, dass sich Fans jeglichen Lagers zum lautstarken Beifall hingezogen fühlten. Selbst die durch Nachwuchscoach Niklas Längst angeordnete offensive 3/3 Abwehr der sich gut verkaufenden jungen Gäste, konnte den Triumphzug der 1.Herren nicht mehr aufhalten. In der 40. Minute erhöht der für die Posterer am Kreis nicht zu stoppende Max Maußner zum Endstand auf 21:13.

Es war vollbracht! Durch maximale Phasen des Lichts und nur vernachlässigbare Randschatten zeigten die 1.Herren kollektive Abwehrarbeit, konzentriertes Angriffsspiel sowie vorbildlichen Teamgeist und belohnen sich und Ihre Fans mit dem Gewinn des Bezirkspokal. Dieser gelungene Saisonabschluss sollte Motivation genug sein, in der anstehenden Vorbereitungszeit zusammen mit Claudia v. Frankenberg am Steuer die gezeigten Tugenden weiter auszubauen.

Abschließend bedanken wir uns ganz herzlich bei unseren Sponsoren, allen Helfern und natürlich bei allen Zuschauern für das gelungene Handballfest.

Die 1. Herren nach dem Endspiel gegen Post mit dem Bezirkspokal 2019

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