Spielberichte 1. Herren
Erwartbarer Rückschlag
Nach dem schwachen Auftritt und der völlig verdienten Pleite in Flügelrad wartete so kurz vor dem Weihnachtsfest noch einmal ein ganz anderes Kaliber. Mit dem Landesliga-Absteiger Post SV Nürnberg liefert sich die HG seit Jahren unerbittliche Schlachten, die zumeist bis zum Ende Spitz auf Knopf und auf Augenhöhe stattfanden. Doch vor dem letzten Hinrundenauftritt sah die Ausgangslage etwas anders aus: Mit Jan Kiewitt (anhaltende Oberschenkelbeschwerden) und Cornelius Will (Mittelfußbruch) fehlte der linke Rückraum, zu allem Überfluss ging Leistungsträger Dominik Schmidt mit einem schweren Handicap (Bänderanriss) in die Begegnung.
In der Anfangsphase bestätigte sich das, was die zahlreichen Zirndorfer Zuschauer befürchtet hatten. Die favorisierten Nürnberger zeigten Gastgebern von Anfang an, wer den Takt an diesem Abend vorgeben würde. Nach der ersten Viertelstunde und bereits einem Sechs-Tore-Rückstand galt es, einer völligen Demontage zu entgehen (3:9). Hauptfehlerquellen waren die altbekannten, zu großen Lücken im Defensivverbund sowie die unzähligen technischen Fehler in der Offensive. Die Gäste hielten die Schlagzahl hoch, die Hausherren konnten nur bedingt Schritt halten. Zumindest wuchs der Rückstand bis zum Pausentee nicht mehr unwesentlich an, doch nur ein ‚kleines Wunder' vermochte es, die Sieben von Trainer Carsten Peine an diesem Abend im zweiten Durchgang noch zu retten (11:18).
In der Halbzeit schwor der gebürtige Westfale seine Mannschaft neu ein, erhoffte sich davon eine dringend notwendige Reaktion. Und die stellte sich auch relativ schnell ein: Allen voran der tapfer kämpfende D. Schmidt (acht Treffer) bewährte sich – auch in ungewohnter Rolle als Siebenmeter-Schütze – und brachte die HG zurück in Schlagdistanz (20:24). Anschließend machte sich aber immer mehr der Kräfteverschleiß bemerkbar, die dünne Kaderdecke und die zum Teil angeschlagenen Spieler liefen auf der Radfelge. Da setzte sich der deutlich breitere und ausgeglichenere Kader des Post SV am Ende doch durch – das Endergebnis gestaltete sich nach dem aufopferungsvollen Kampf der Bibertstädter aber etwas zu deutlich (23:32).
Dennoch bringt es der HG nun nichts alles über den Haufen zu werfen, man wird sich in der Winterpause neu sortieren und die Ausrichtung beziehungsweise Zielsetzung neu festlegen. Auch die Planung für die kommende Spielzeit muss und ist bereits angelaufen. Bis zum nächsten Vergleich am 11. Januar in Altenberg (18 Uhr) bleibt Zeit – und damit erst einmal den Zirndorfer Anhängern ein gesegnetes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr zu wünschen.
Für die HG spielten: Hagen, Pfrengle (beide Tor), D. Schmidt 8/4, Hirschsteiner 2, Nickl, Tomko 4, Hartmann 5, Motzelt 1, Maußner, Urban 3.